FLAC wurde in der Version 1.0 am 20. Juli 2001 veröffentlicht. Im Februar 2002 gab der erste Hersteller, PhatNoise, Unterstützung für FLAC in seinem Audio-System bekannt.
Am 29. Januar 2003 kündigte die Xiph.Org Foundation an, FLAC in ihr Container-Format zu integrieren, um so neben Ogg
Vorbis auch verlustfreie Kompression zu ermöglichen. Am 7. März 2004 wurde die Öffentlichkeit verstärkt auf FLAC aufmerksam, als die Band
Metallica bekanntgab, ihre Konzertmitschnitte künftig neben MP3 für Musikliebhaber auch im FLAC-Format zu verkaufen.
Das Projekt
Das Projekt besteht aus folgenden Teilen:
libFLAC und
libFLAC++ sind unter einer angepassten Version der
BSD-Lizenz verfügbar,
flac, metaflac und die Plugins unter der
GPL
Formate
Als
Metadatenformat wird
Vorbis comment benutzt. FLAC-Dateien werden in
Ogg-
Containern oder in FLAC-eigenen Containern gespeichert. Dabei kann bei FLAC-Containern nur ein Datenstrom gespeichert werden, während FLAC-komprimierte Audiodaten bei Ogg-Containern in Videos eingebettet oder mit anderen Audio-Strömen überlagert werden können.
Vergleiche zu anderen Formaten
Im Gegensatz zu verlustbehafteten Audiodatenkompressionsverfahren wie
MP3 oder
Vorbis ist die Komprimierung bei FLAC verlustfrei, es gibt also keine Qualitätseinbußen. Die komprimierten Dateien sind jedoch um ein Vielfaches größer als bei verlustbehafteter Komprimierung. Technisch gesehen zeichnet sich FLAC vor allen Dingen dadurch aus, dass es
gestreamt werden kann und
Mehrkanal-,
Replay-Gain- sowie
Cuesheet-Unterstützung mit sich bringt. Außerdem können RIFF und AIFF Metadaten in FLAC-Dateien eingebettet werden, welche beim Dekodieren wieder hergestellt werden. Die Kompressionsstärke liegt, verglichen mit anderen verlustfreien Audio-Codecs, im Mittelfeld.
[2]Bei FLAC handelt es sich außerdem um einen sogenannten asymmetrischen
Codec: Der Rechenaufwand für das Kodieren ist deutlich höher als der für das Dekodieren. Hintergrund ist die Überlegung, dass eine Datei im Allgemeinen nur einmal kodiert, aber mehrfach (meist zum Abspielen) dekodiert wird. Außerdem stellt das Format hierdurch vergleichsweise geringe Anforderungen an die Rechenleistung von Abspielhardware. Da das Format nur eine
Komplexitätsstufe hat, bleibt der Aufwand beim Decodieren immer derselbe – unabhängig von der Encodereinstellung. Dies ist einer der Gründe, warum FLAC neben
Apple Lossless, dem verlustfreien Kompressionsformat von
Apple, auf Abspielgeräten eine gewisse Verbreitung erlangt hat.
Kompression
Laut eigenen Angaben erreicht FLAC einen durchschnittlichen Kompressionsfaktor von zirka 0,5. Die Größe der Ausgangsdatei wird durch die Umwandlung somit auf etwa die Hälfte reduziert. Der Unterschied zu anderen verlustfreien Verfahren liegt demnach in einem Bereich von −0,05 bis +0,03. Für einzelne Titel beträgt der Unterschied nur wenige Megabyte.
[3] Die Art der Musik ist ausschlaggebend für die mögliche Komprimierung und die Schwankungen sind groß. Ein ruhiges Stück mit wenigen Instrumenten kann einen Faktor von ca. 0,3 erreichen. Ein sehr vielschichtiges Stück wird nur einen Faktor von ca. 0,7 erreichen.
Kompressionsstufen
Die Kompression kann in acht Abstufungen bestimmt werden (8 ist maximal, 5 Standard). Allerdings sind die Unterschiede hinsichtlich der Größe nur minimal. Dafür steigt die zur Komprimierung nötige Zeit überproportional mit der Kompressionsstufe. Das Verfahren reduziert das Original durchschnittlich auf etwa 60 % der Ausgangsgröße.
Verbreitung
Da FLAC auch zum Ogg-Framework der Xiph.Org Foundation gehört, nutzt die Bekanntheit anderer Formate der Stiftung, wie zum Beispiel
Vorbis, auch FLAC. Zusätzlich gibt es entsprechende Bemühungen, den Codec auf alle Plattformen zu portieren, die Ogg unterstützen.
Abspielsoftware
Da FLAC
freie Software ist, darf es mit jeder beliebigen Software abgespielt werden. Dementsprechend finden sich auch für alle weiter verbreiteten Betriebssysteme entsprechende Abspielprogramme. So wird FLAC zum Beispiel von den meisten
Linux-Distributionen standardmäßig unterstützt. Für viele weitere Betriebssysteme steht zum Beispiel der
VLC media player zur Verfügung, der FLAC unterstützt. Außerdem stehen weitere Player (wie z. B.
Winamp oder
Foobar2000) und zahlreiche
Plugins für FLAC zur Verfügung.
Hardware-Unterstützung
Von etwa 2003 an haben manche Hardware-Hersteller Geräte für ihre Produktpalette entwickelt, die das freie Audioformat abspielen können. Bei tragbaren Geräten gehören dazu unter anderem die Firmen
Neuros,
Meizu und
Cowon. Cowon bringt dabei einige ältere und nahezu alle neueren Produkte aus ihrer iAudio-Reihe mit FLAC-Unterstützung heraus. Bei anderen Playern verschiedener Firmen, bei denen die
Firmware aktualisiert werden kann, gibt es
Open-Source-Projekte, welche eine FLAC-fähige Software herausgebracht haben. Bei anderen Hardware-Plattformen für Mehrraum- oder Auto-Audiosysteme war PhatNoise die erste Firma, welche FLAC unterstützte. Auch Sonos und Slimdevices bieten entsprechende Produkte an. Der neue Player Vibez von Trekstor unterstützt auch das FLAC-Format. Die Harddisk- und Streaming-Medienplayer der Firma Dvico aus der TVIX-Serie (u.a. Modelle 4100 und 5100) können ebenfalls FLAC-Audio-Files abspielen. Seit Ende 2007 bieten darüber hinaus die High-End Firmen
T+A und
Linn Products verschiedene HiFi-Geräte an, welche das FLAC-Format bis zu einer Auflösung von 48 KHz/24 Bit, respektive 88.2 KHz/24 Bit unterstützen.